Geld und Zeit sparen mit verständlicher Sprache

von Gudrun Jay-Bößl

Ist die Beschäftigung mit guter Sprache in Zeiten von Social Media, Video und Foto „out“ oder egal?

Unsere Meinung: Nein. Denn mit einfach lesbaren Texten steigere ich die Wirkung.

 

Ein paar Erfolgsbeispiele:

  • Deutlich höhere Antwort- und Abschlussquoten im Dialogmarketing
  • Mehr Transparenz und wieder Ruhe im Karton: Keine Gerüchteküche in den Medien, sondern sachliche Berichterstattung in der (Krisen-)PR
  • Mehr Klarheit, weniger Stress: Kunden / Leser tun genau das, was im Text steht – wichtig gerade in Finanz- und juristischen Zusammenhängen!
  • Mehr Fokussierung: Das kann man sich einfacher merken!
  • Zufriedene Kunden, mehr gefühlter Service und Nutzen – das hilft bei der Positionierung (Image- und Produktkommunikation)

 

Wie funktioniert verständliche Sprache? Hier die 11 Top-Tipps:

  1. Perspektivwechsel ist das Allerwichtigste: Wir versetzen uns in den Leser. Für wen schreiben wir – für einen Mann, eine Frau, ein Kind? Welches Alter, welchen Bildungsgrad, welche Herkunft? In welcher Situation erreichen wir sie oder ihn? Die zentrale Frage des Lesers ist: Was habe ich davon?
  2. Welchen Kanal und welches Medium wollen Sie nutzen? Welches nutzt Ihre Klientel?
  3. Wir geben dem Text einen Titel, der klar macht, was drinsteht. Kein Blabla, sondern etwas Ungewöhnliches, Aufmerksamkeitsstarkes. Wie zum Beispiel in der Geschichte „Das 17. Kamel“ oder „Der Bär und die Todesliste“.
  4. Strukturieren Sie den Text leserfreundlich. Zum Beispiel mit Absätzen: Der kürzeste wird zuerst gelesen – also nicht unbedingt der erste. In Mailings sollten Absätze nicht länger als 7 Zeilen sein. Setzen Sie Kästen ein, um etwas zusammenzufassen. Gliedern Sie den Text mit Aufzählungspunkten. Wie hier :-)
  5. Machen Sie Zwischenüberschriften. Das können auch Fragen sein. So wecken Sie Interesse und beantworten die Fragen, die sich der Leser sowieso stellt. Damit führen Sie leicht durch den Text.
  6. Setzen Sie eine gehirngerechte Sprache ein. Viele sprachliche Bilder, Stimmiges, Gefühle, Begreifbares. Damit sprechen Sie die rechte Gehirnhälfte an – die entscheidet schneller als die kognitive, linke Gehirnhälfte.
  7. Verwenden Sie wenig Nominalstil und schreiben Sie stattdessen aktiv – Verben statt Substantive.
  8. Verwenden Sie aktive Formulierungen, die Ross und Reiter nennen, statt Passiv-Konstruktionen, bei denen unklar bleibt, wer was macht.
  9. Schreiben Sie nicht abstrakt, sondern konkret und fokussiert.
  10. Verwenden Sie einen Mix aus kurzen Sätzen und etwas Längeren (8 bis 14 Worte), um eine Satzmelodie zu erzeugen. Verwenden Sie eine einfache Satzstruktur mit wenig Einschüben und Nebensätzen. Eine Aussage, ein Satz – aber auch kein „5-Wort-Stakkato“.
  11. Lesen Sie sich den Text zum Schluss laut vor: Da merkt man schnell, wo Atemnot entsteht. Und wo es holpert. Es hilft auch, sich in den Leser zu versetzen.
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